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Kirche - Hohndorf

Jahreslosung 2026

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Gedanken zum Monatsspruch September 2026

„Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste vollmit Mühe und Haschen nach dem Wind“

Prediger 4,6

 

Liebe Gemeinde,

zunächst fiel es mir schwer, aus diesem kurzen Vers etwas herauszulesen, was einen nicht sowieso schon „anspringt“. Eher gelingt es noch, etwas hinein zu interpretieren, was einige

Bibelübersetzer wohl auch versucht haben. Beim längeren Nachdenken darüber kam mir aber doch so manches Interessante in den Sinn.

Dieser Vers behauptet nämlich zunächst ganz profan: 1 ist besser als 2 ! Im Sinne von Zensuren mag das ja stimmen, aber im materiellen Sinn ist es doch wohl umgekehrt. Wenn ich etwas 2-fach habe, könnte ich ja sogar einen Teil davon abgeben!

Aber halt, wir müssen hier doch etwas genauer hinschauen. Es geht nicht nur um 1 oder 2, sondern auch darum, was sich dahinter bzw. darin verbirgt. Der Prediger sagt uns in diesem Vers nicht, was sich in dieser einen Hand befindet, aber mir kommt dazu ein Bild in den Sinn: Eine Hand, zur Schale geformt, anbietend hingestreckt, ruhig gehalten und etwas Leckeres ist darin – vielleicht kleine Früchte? Andererseits sehe ich zwei Hände vor mir, die versuchen, etwas aus der Luft zu fangen. Das ist sehr mühsam, und wenn ich glaube, jetzt habe ich etwas geschnappt, schließt sich die Hand zur Faust. Aber was ist darin? Ist es wirklich etwas Gutes? Hat sich meine Mühe gelohnt, etwas aus der Luft fangen zu wollen?

Auf unser Leben bezogen sehe ich es so: Es ist besser, in Ruhe „kleine Früchte“ zu sammeln, auch wenn am Ende vielleicht nur eine Hand voll dabei herauskommt, als wie verrückt nach Luftschlössern zu jagen, wobei die Hände dann zu Fäusten werden, um krampfhaft das Erreichte festzuhalten. Wir wissen, dass materieller Reichtum nicht automatisch zufrieden oder gar glücklich macht. Oft wurde er sogar zu Lasten der eigenen Gesundheit erworben. Deshalb schenke Gott uns die nötige Ruhe, damit unsere Hände sich nach IHM und unseren Mitmenschen ausstrecken und nicht zu Fäusten werden.

Heike Zirnstein

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